Die Handtherapie ist ein spezialisierter Bereich der Ergotherapie zur Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen und Funktionsstörungen der Hand, des Handgelenks und der oberen Extremität. Ziele sind die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Kraft, die Verbesserung der Feinmotorik, Schmerzlinderung sowie die Förderung der Greif- und Alltagsfunktionen.
Ergotherapie
Die Ergotherapie ist ein anerkanntes Heilmittel und unterstützt Menschen jeden Alters dabei, ihre Handlungsfähigkeit im Alltag, Beruf, in der Schule und im sozialen Leben zu erhalten, wiederzuerlangen oder zu verbessern. Durch individuelle therapeutische Maßnahmen werden motorische, kognitive, psychische und soziale Fähigkeiten gezielt gefördert. Ziel der Ergotherapie ist es, Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern und Menschen dabei zu unterstützen, ihren Alltag möglichst eigenständig zu gestalten.
Die Ergotherapie verfolgt einen ganzheitlichen und klientenzentrierten Behandlungsansatz. Durch Spezialisierungen in der Handtherapie, motorisch-funktionellen Behandlung, dem Hirnleistungstraining sowie der psychisch-funktionellen Behandlung können körperliche, kognitive und psychische Fähigkeiten gezielt gefördert werden.
Ziel ist es, die Selbstständigkeit im Alltag, die gesellschaftliche Teilhabe sowie die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern und Menschen dabei zu unterstützen, ihre individuellen Handlungskompetenzen bestmöglich zu erhalten oder wiederzuerlangen.
Unsere Schwerpunkte:
Handtherapie
Motorisch-funktionelle Behandlung
Diese Behandlungsform richtet sich an Menschen mit Einschränkungen des Bewegungsapparates, der Sensibilität oder Koordination. Ziele sind die Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Gleichgewicht und Selbstständigkeit im Alltag sowie die Kompensation bestehender Funktionseinschränkungen.
Hirnleistungstraining
Das Hirnleistungstraining dient der Förderung und Wiederherstellung kognitiver Fähigkeiten. Trainiert werden insbesondere Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis, Orientierung, Problemlösefähigkeiten und exekutive Funktionen. Ziel ist die Förderung der Selbstständigkeit und Teilhabe am täglichen Leben.
Psychisch-funktionelle Behandlung
Diese Behandlung unterstützt Menschen mit psychischen, psychosomatischen oder psychiatrischen Erkrankungen. Schwerpunkte sind die Förderung von Selbstwahrnehmung, emotionaler Stabilität, sozialer Kompetenz, Alltagsstruktur und Krankheitsbewältigung.
Spiegeltherapie
Diese kognitiv-therapeutische Übungsmethode nutzt insbesondere den Aspekt einer starken visuellen Stimulation zur Förderung von Empfindungen und Bewegungen. Der Patient betrachtet sein nicht betroffenes Körperteil (Arm/Bein) im Spiegel und stellt dadurch eine optische Illusion her. Patient und Therapeut arbeiten mit dieser Illusion, wobei bestimmte Hirnareale, die dem betroffenen Körperteil zugeordnet sind, aktiviert werden.
Die Spiegeltherapie kann bei verschiedenen Krankheitsbildern einen positiven Einfluss auf die Rehabilitation haben, z.B. Schlaganfall, Phantomschmerzen, Schmerzsymptomatiken und Empfindungsstörungen (CRPS, nach handchirurgischen Eingriffen).
Ergotherapie im Bereich Geriatrie
„Volle Kraft im Leben“
Im Mittelpunkt der Geriatrie (Altersheilkunde) steht der alternde Mensch. Patienten dieser Altersgruppe leiden häufig unter komplexen Beeinträchtigungen ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit durch Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität). Daher bestimmen ihre akuten oder chronischen Krankheitsbilder die ergotherapeutischen Maßnahmen. Diese werden auch durch Veränderungen im sozialen Umfeld (z.B. Verlust des Lebenspartners) und der Wohnsituation (z.B. Umzug in ein neues Wohn- und Lebensumfeld) beeinflusst. Altersbedingte physiologische Funktionseinschränkungen stören das gesundheitliche Gleichgewicht, jede zusätzliche Störung oder Erkrankung ist somit eine erhebliche physische, psychische und soziale Belastung. Die Ergotherapie in der Geriatrie stellt sich diesen Besonderheiten. Hierbei werden meist auch (pflegende) Angehörige einbezogen, beraten und angeleitet.
Ergotherapie im Bereich Orthopädie / Handtherapie
„Volle Kraft im Leben“
Im Mittelpunkt stehen Klienten jeder Altersgruppe, die aufgrund von angeborenen, durch Unfälle verursachten oder durch chronische Erkrankungen hervorgerufenen Funktionsstörungen im Bereich der oberen Extremitäten in ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit beeinträchtigt sind. Bei ergotherapeutischen Behandlungen in der Kinderorthopädie z.B. geht es auch um die Prävention (Vorbeugung) von Spätfolgen, bei Erwachsenen besteht oft das Ziel darin, die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit zu ermöglichen, z.B. im Bereich der Handrehabilitation.
Ergotherapie im Bereich Onkologie
„Volle Kraft im Leben“
Trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten und Erfolge bei der Behandlung hat die Diagnose „Krebs“ ihren Schrecken nicht verloren. Ganz wesentlich sind daher neben der eigentlichen Behandlung des Tumors die Nachsorge und Nachbetreuung, die die Krebspatienten befähigen, ein möglichst normales Leben „danach“ zu führen. Eine bedeutende Rolle hierbei spielt die Ergotherapie.
Es sind in aller Regel die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung, die den an Krebs erkrankten Menschen weiterhin Probleme bereiten. Am häufigsten – weil sie es direkt selbst feststellen – kommen die Patienten mit Sensibilitätsstörungen in die Ergotherapie. Kribbeln in den Füßen oder in den Fingerspitzen oder sogar Taubheitsgefühl: Solche Beschwerden sind nicht nur unangenehm, sondern tragen auch dazu bei, dass die Menschen ständig an das Schlimme, das sie gerade erlebt haben, erinnert werden. „Es ist eine der vielen Disziplinen der Ergotherapie, Störungen der Sensorik zu behandeln.
Denn die beinträchtigen die Menschen auch oft im Alltag; weil sie nicht mehr richtig greifen und halten können oder weil sich die die Dinge nicht mehr richtig anfühlen. Dafür setzen wir unterschiedliche Medien und Materialien ein, je nach Interessenslage des Einzelnen und nach Schweregrad der Problematik. Der Phantasie von Patienten und Ergotherapeut sind dabei wenig Grenzen gesetzt. Die Ergotherapie hält verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie das sogenannte Sensibilitätsbad und weitere Maßnahme zum Trainieren des Tastsinns und Verbessern der Fingermuskulatur bereit. Maßgeblich ist für Ergotherapeuten, dass die Patienten sich damit wohl fühlen. Und das ist schon der halbe Weg zum Erfolg.